Als Justizfachwirtin und Justizfachwirt nimmst du büroorganisatorische, verwaltende und rechtsanwendende Aufgaben wahr und bist überwiegend als Serviceeinheit in vielen verschiedenen Fachgebieten tätig. Du bist darüber hinaus auch Ansprechperson für ratsuchende Bürgerinnen und Bürger und berücksichtigst deren besondere Situation und Interessen.

Zu deinen Aufgaben, die du mit Hilfe moderner Informations- und Kommunikationstechniken durchführst, gehört u. a.:

  • Aktenverwaltung
  • Anordnung von Zustellungen und Ladungen
  • Fertigung von Schriftstücken
  • Aufnahme von Anträgen, Rechtsmitteln, Rechtsbehelfen und Erklärungen
  • Verwaltung der gerichtlichen Zahlstelle und
  • Protokollführung bei Gerichtsverhandlungen.

Dein Zuständigkeitsbereich als Justizfachwirtin und Justizfachwirt in der Serviceeinheit umfasst daneben auch Tätigkeiten, die weitreichende eigene Entscheidungen und eine selbstständige Sachbearbeitung erfordern wie z. B.:

  • Erteilung von vollstreckbaren Ausfertigungen von Urteilen und gerichtlichen Vergleichen
  • Berechnung und Festsetzung der Entschädigung für Zeugen und Sachverständige
  • Festsetzung der Vergütung aus der Staatskasse
  • Berechnung von Reisekosten sowie
  • Berechnung und Einziehung von Gerichtskosten.

Diese Aufzählung der Aufgaben ist nicht vollständig. Sie macht aber deutlich, dass du als Justizfachwirtin und Justizfachwirt eine wichtige Kontaktstelle zwischen Bürger und Justiz darstellst. Von deinem Geschick hängt es in vielen Fällen ab, ob die Justiz ihre Aufgaben erfüllen kann und die Bevölkerung, wenn sie mit der Justiz zu tun hat, in ihren berechtigten Erwartungen nicht enttäuscht wird. Der Beruf erfordert deshalb neben vielseitigen Fachkenntnissen auch Kooperations- und Kommunikationsbereitschaft, Sorgfalt und – wegen des steten Umgangs mit dem Publikum – ein gutes Einfühlungsvermögen.

Nach einer Probezeit von in der Regel 3 Jahren wirst du in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit übernommen. Zur Laufbahn des allgemeinen Justizdienstes gehören die Besoldungsgruppen A6 bis A9Z des Bundesbesoldungsgesetzes (BBesG). Beförderungen sind demnach bis zur Justizamtsinspektorin und  zum Justizamtsinspektor mit Amtszulage möglich.

Hervorzuheben sind die besonderen Aufgaben einer Gruppenleiterin und eines Gruppenleiters sowie die Möglichkeit als Lehrkraft (im Bereich der Ausbildung für den allgemeinen Justizdienst sowie im Fortbildungsbereich) tätig zu sein.

Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es die Möglichkeit im Wege des Regelaufstiegs das duale Studium zur Rechtspflegerin und zum Rechtspfleger (FH) zu absolvieren.

Ferner kannst du dich nach erfolgreicher Ausbildung für die Ausbildung zur Gerichtsvollzieherin und zum Gerichtsvollzieher bewerben.